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Erläuterung zum Indikator Herzinfarkt

Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt,  Herzanfall) ist ein akutes und lebensbedrohliches Ereignis, ausgelöst meist durch eine plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung durch ein Blutgerinnsel im Bereich verkalkter Herzkranzgefäße (Koronararterien), durch Verschluss der Blutgefäße durch ein Blutgerinnsel oder länger andauernde Engstellung eines Gefäßgebiets (Angina pectoris). Die entstehende Mangeldurchblutung (Ischämie) des Herzens führt zum Absterben (Infarkt) mehr oder weniger ausgedehnter, begrenzter Gebiete des Herzmuskels (Myokard). Ein Herzinfarkt kann durch Vernarbung ausheilen oder zum Tod durch Herzstillstand führen ("Herzschlag") (leitlinien.dgk.org).

Leitsymptom des Herzinfarktes ist ein plötzlich auftretender, mehr als 20 Minuten anhaltender und meist sehr starker Schmerz im Brustbereich, der in die Schultern, Arme und Unterkiefer ausstrahlen kann. Weiterhin kann Luftnot, Blässe, Schwitzen und ein Schwächegefühl auftreten. Frauen berichten auch über untypische Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei etwa 25 % aller Herzinfarkte treten nur geringe oder keine Beschwerden auf („stummer Herzinfarkt“), insbesondere bei Diabetikern oder sehr alten Patienten mit Nervenveränderungen (Neuropathien). Hier dominieren Symptome wie Luftnot, körperliche Schwäche, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit.

Der Herzinfarkt gilt als besonders wichtige Komplikation von Herz-Kreislauferkrankungen, die zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland zählen. Allein in Deutschland erleiden jährlich ca. 200.000 Menschen einen Herzinfarkt, der bei 35 % der Betroffenen zum Tode führt. Männer haben ein Risiko von ca. 30 % in ihrem Leben einen Herzinfarkt zu erleiden, für Frauen in Deutschland liegt dieses Risiko bei ca. 15 %. Herzinfarkt (I21) ist bei Männern die fünfthäufigste Einzeldiagnose für eine Krankenhauseinweisung. Männer sind nicht nur häufiger von einem Herzinfarkt betroffen als Frauen, bei ihnen tritt der Herzinfarkt auch wesentlich früher auf. Dahingegen ist für Frauen das Risiko, an den Folgen eines Herzinfarkts zu sterben, höher als für Männer (RKI, 2006, Saß et al. 2010).

Prävention

Der Bedeutung von Herz-Kreislaufkrankheiten mit zunehmendem Alter entsprechend wurde auf Bundesebene das Thema „Gesund älter werden“ im Frühjahr 2008 als neues nationales Gesundheitsziel ausgewählt. Auch Brandenburg hat ältere Menschen als Zielgruppe für zukünftige Anforderungen an Prävention und Versorgung benannt. Link zu: Gesundheitsziele.de

Der Indikator fasst die Krankenhausfälle folgender ICD-10-Nummern zusammen: I21, akuter Myokardinfarkt; I22, rezidivierender Myokardinfarkt und I23, bestimmte akute Komplikationen nach akutem Myokardinfarkt. Es wird die zeitliche Entwicklung nach Altersklassen und Geschlecht bezogen auf die Wohnbevölkerung im Berichtsjahr beschrieben. Alle Angaben erfolgen in absoluten Zahlen und je 100.000 Personen der Wohnbevölkerung unter Berücksichtigung der außerhalb Brandenburgs erfolgten stationären Behandlungen. Im vorliegenden Indikator sind Stundenfälle enthalten.

Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

Berlin und Brandenburg bilden zusammen die deutsche Hauptstadtregion in der Mitte des erweiterten Europäischen Wirtschaftsraumes. Mit ihren knapp sechs Millionen Menschen auf 30000 km² Fläche verfügen beide Länder in allen ihren Teilräumen über Stärken und Potenziale und werden – auch international – als eine Region wahrgenommen.

Zum Zwecke der raumordnerischen  Analyse und Steuerung werden in Brandenburg das "Berliner Umland" und der "weitere Metropolenraum" unterschieden. Das Berliner Umland umfasst den stark mit der Metropole Berlin verflochtenen Raum im Land Brandenburg. Es ist im Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B) vom 31. März 2009 als Brandenburger Teil des Stadt-Umland-Zusammenhangs von Berlin und Potsdam ausgewiesen. Der weitere Metropolenraum ist der Teil des Landes Brandenburg, der nicht zum Berliner Umland gehört.

Datenhalter
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt

Datenquelle
Krankenhausdiagnosestatistik, Teil II - Diagnosen

Periodizität
Jährlich, 31.12.

Validität
Die Meldungen zur Diagnosestatistik beziehen sich auf alle im Laufe des Berichtsjahres entlassenen vollstationär behandelten Patienten in Krankenhäusern (einschließlich Stunden-/Sterbefälle). Stundenfälle bezeichnen Patienten, die stationär aufgenommen, aber am gleichen Tag wieder entlassen bzw. verlegt wurden oder verstorben sind.

Vergleichbarkeit
Im Indikatorensatz (ISHMT) von Eurostat/OECD/WHO gibt es entsprechende Indikatoren zu <span lang="en">Hospital Morbidity, Diseases of circulatory system: Acute myocardial infarction. A903 Hospital discharges per 100 000, of the total population</span> Index (hier sind die ICD 10 Nummern I21 und I22 ausgewiesen).


Letzte Aktualisierung: 24.10.2017

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